Mönchspfeffer

Freitag, den 19. Dezember 2014 um 02.27 Uhr

 

Mönchspfeffer

Der Mönchspfeffer (botanischer Name: Vitex agnus-castus) ist eine Pflanzenart, die zur Gattung der Lippenblütler gehört. In der Umfangssprache wird der Mönchspfeffer häufig auch als Keuschbaum oder Keuschlamm bezeichnet, weil er angeblich für eine Abschwächung des Geschlechtstriebes verantwortlich ist.

Die Merkmale des Mönchspfeffer
Der Mönchspfeffer ist eine Strauchpflanze, die eine Höhe von bis zu vier Metern erreichen kann. Sie hat hellbraune Zweige und ihre Blätter stehen kreuzweise gegeneinander. Die Blätter sind zudem handförmig geartet und können dabei je nach Größe fünf- oder siebenzählig sein.

Die kleinen Blüten des Mönchspfeffer sind optisch dem Hanf sehr ähnlich und können eine violette, blaue, weiße oder rosa Farbe aufweisen. Die Blüten stehen dabei sehr dicht aneinander, sie blühen üblicher Weise in den Monaten Juli und August. Die Frucht des Mönchspfeffer ist eine viersamige Scheinbeere, die braunschwarz aussehen und dem Pfeffer sehr ähnlich sind. Sie können für medizinische Zwecke verwendet und weiter verarbeitet werden.

Der Mönchspfeffer liebt eher feuchte Standorte und ist deshalb häufig in der Nähe von Flussufern zu finden. Außerdem liebt es der Mönchspfeffer warm, weshalb er häufig nur in den Ländern rund um das Mittelmeer zu finden ist.

Die heutige Verwendung vom Mönchspfeffer
Heute wird Mönchspfeffer zwar nicht mehr als Keuschheitsmittel eingesetzt, als Heilpflanze hat er aber nach wie vor Bedeutung in der modernen Naturheilkunde. So wird der Mönchspfeffer unter anderem zur Behandlung des prämenstruellen Syndroms verwendet, aber auch für die Förderung des Hormonzykluses sowie bei Beschwerden während der Wechseljahre konnte positive Ergebnisse bei der Behandlung mit Mönchspfeffer nachgewiesen werden.

Da Mönchspfeffer nachweislich die Bildung des Gelbkörperhormons fördert ist es auch möglich, mit entsprechenden Arzneimitteln Unfruchtbarkeit zu behandeln. Dies ist aber nur dann möglich, wenn die Unfruchtbarkeit auf eine Gelbkörperschwäche oder aber einen erhöhten Gelbkörperspiegel aufgetreten ist.

Die dem Mönchspfeffer im Mittelalter nachgesagte Lust hemmende Wirkung konnte in modernen Studien allerdings nicht nachgewiesen werden. Forscher entdeckten hingegen, dass geringen Mengen Mönchspfeffer sogar die Lust beflügeln können.

Für die Anwendung wird heute vielfach kein frischer Mönchspfeffer mehr verwendet, sondern es kommt industriell hergestellter Extrakt zum Einsatz, der dann eingenommen werden kann. Mönchspfeffer kann in den Apotheken sowohl in Form von Kapseln wie auch Tabletten und Tropfen rezeptfrei erworben werden. Auch Tees sind im Angebot, wobei sie weniger zu empfehlen sind, denn manche Wirkstoffe sind in Wasser nur schwer löslich.

Wirkungen und Nebenwirkungen vom Mönchspfeffer
Mönchspfeffer kann bei verschiedenen Symptomen, so zum Beispiel bei Menstruationsbeschwerden oder aber bei Beschwerden während der Wechseljahre eingenommen werden. Vor allem Frauen können hiermit einige Beschwerden lindern, wobei von einer Selbstmedikation abgeraten werden sollte.

In verschiedenen Fällen kann Mönchspfeffer nämlich ungewünschte Nebenwirkungen verursachen, weshalb die Einnahme bei jungen Frauen, Schwangeren und stillenden Frauen nicht empfohlen wird. Auch bei Krankheiten, deren Ursache auf Geschlechtshormone zurückgeführt werden können, ist Mönchspfeffer unbedingt zu meiden.

Mönchspfeffer

Die Geschichte des Mönchspfeffer
Der Mönchspfeffer wurde als Pflanze bereits im Mittelalter verwendet. Zu dieser Zeit fand man den Mönchspfeffer vornehmlich in Klostergärten, wo er neben Heilkräutern und Heilpflanzen genutzt wurde.

Zum damaligen Zeitpunkt wurde der Mönchspfeffer vor allem als Aphrodisiaka genutzt. Alte Schriften, die vermutlich aus der Zeit der alten Griechen stammten, bewarben den Mönchspfeffer als Keuschheitsmittel, welches sogar den "Drang zum Beischlaf" mildern sollte. In der griechischen Sagenwelt galt Mönchspfeffer sogar als Symbol der keuschen Ehe, im Mittelalter schließlich Den Mönchen kam der Mönchspfeffer also sehr gelegen. Schließlich schätzten die Mönche nicht nur den Geschmack des Mönchspfeffer, sondern konnten auch die gewünschten Nebenwirkungen nutzen.


Diese Website soll nur der reinen ersten Grundinformation dienen und erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Vor dem Umgang mit Mönchspfeffer
befragen sie bitte immer ihren Arzt oder Apotheker und lassen sie sich umfassend von diesen beiden Personenkreisen beraten.